Allgemeine Infos

K A S E L

Kasel ist wohl die bekannteste Weinbaugemeinde an der Ruwer, wird erstmals urkundlich erwähnt in einer Bestätigungsurkunde des Kaisers Otto II, von 973 an das Kloster Oeren in Trier, als Casella“ vom römischen “ casale“ = Gehöft.

Rechts der Ruwer liegt der Weinort, in ein Seitental hineinwachsend, umgeben von steil ansteigenden Weinbergen. Die Kaseler „Hitzlay“ ist die steilste und das Kaseler Nies’chen die bekannteste Weinlage des Ruwertals.

1.305 Einwohner (Stand: 01.01.2011), Tendenz: steigend, davon 92 % kath. und 7 % e v., Höhe: 146 m r. NN (Ortslage: 145 m bis 210m ü. NN.), Gemarkung: 453 ha, davon rund 118 ha Wald und noch ca. 55 ha Rebfläche (vormals 88 ha).

Östlich von Trier (8 km) im unteren Ruwertal, an der L 149 (B 52 alt) Anbindung an die B52 neu über die K 190 und K 77.

Geschichtlicher Überblick:

Sieben Siedlungsreste aus der Römerzeit, auf der Gemarkung von Kasel, bezeugen die Einzelbesiedlung in den ersten Jahrhunderten n.Chr. Keramikscherben und ein frührömisches Gräberfeld (1902, westlich von Kasel, auf „Timpert“ angeschnitten) ergänzen diese Funde.

Schon seit dem frühen Mittelalter hatten Trierer Klöster Weinbergsbesitz in Kasel. Heute noch erinnern 3 Gebäude daran. Der ehemalige Hof des Trierer Stiftes St. Paulin (heute: Pauliner Hof). Gegenüber -ganz von Mauern umgeben- der ehemalige Hof der Trierer Benediktiner-Abteil St. Maria as Martyres und das Hofgut St. Irminen-Oeren, innerhalb der Ortslage.

Das Ortswappen erinnert an diesen Besitz der Bischofsstab „Krummstab“, der die Ruwer kreuzt, im linken Feld, das rote kurtrierische Kreuz auf Silberfond, als Hinweis auf die Zugehörigkeit zum Kurstaat Trier und darunter für den seit mehr als 800 Jahren beurkundeten Weinbau, den stilisierten Rebstock mit Traube.

Inmitten des Ortsbildes, auf halber Höhe, als Wahrzeichen weithin sichtbar, die „Doppel-Kirche“ von Kasel, 1926/27 wurde die schon 1781 einmal erweiterte alte Kapelle zur Pfarrkirche St. Nikolaus vergrößert. Der Eindruck einer Doppel-Kirche wird noch verstärkt, durch einen großen und einen kleinen Glockenturm. Zum Inventar der Kirche zählt ein wertvoller Holzaltar aus dem 18. Jh. Er ist in Tabernakelform gestaltet und mit einfachem Rokoko-Dekor versehen. Die Statue des hl. Nikolaus als Schutzpatron von Kasel krönt ihn. An der Seite stehen die Holzplastiken des hl. Simon (Attribut: Säge) und Judas Thaddäus (Attribut: Keule).

Nordwestlich von Kasel, auf halbem Wege nach Timpert, in der Nähe der Marienkapelle steht, im Schatten eines mächtigen Birnbaumes, ein Sandsteinkreuz. Deutlich erkennbar ist die Jahreszahl 1663 und darunter die Buchstaben

„DIDR ? R ?“, deren Sinn bis heute unbekannt ist. Wegekreuze sind Zeugnisse der Vergangenheit. Sie erinnern an religiöses Brauchtum oder meist tragische Ereignisse.

Dieses 1,60 m hohe Sandsteinkreuz steht auf einer Flur, die die Kaseler heute noch „off Hex“ nennen. Hier haben Hexenverbrennungen stattgefunden. Die Darstellung des Corpus Christi am Kreuz über einem Holzgerüst, aus dem Flammen empor züngeln, bestätigt der Volksmund. Die Inschrift „JNRJ“ wird getragen von einem Gestaltungselement, das zwei gefalteten Händen ähnlich sein könnte.

In der Tat wurden nach Gerichtsakten – zwischen 1580 und 1630 neunzehn „Hexen“ und „Hexer“ in Kasel verbrannt. Sicherlich ist dieses Kreuz als Grabstein für die unschuldig Gerichteten zu verstehen, gleichzeitig aber auch als Bitte für das Seelenheil der Gemarterten und als Abbitte für die ihnen zugefügten Qualen.

300 m oberhalb der Kirche, am ehemaligen Ortsrand von Kasel, findet sich an einer Wegegabelung ein offensichtlich mehrere Male instandgesetztes weiteres, schmuckloses Kreuz. Die Form und die Sandsteinbearbeitung deuten auf die Entstehung hin, die zeitgleich mit dem Hexenkreuz ist. Es handelt sich um ein Ortsrandkreuz. Pest und Gefahren, das Böse allgemein, sollten vom Ort ferngehalten werden (daher der Volksmund „Pestkreuz“). In früheren Zeiten wurden zu diesen Kreuzen Bittprozessionen gehalten, mit dem Ziel, Krankheiten und andere Unbill von den Menschen der Pfarrei abzuhalten.

Auf dem Wege nach Tarforst, über den Weinbergen, findet der Wanderer eine Schutzhütte mit dem wohl schönsten Ausblick ins untere Ruwertal, in Richtung Osburger Hochwald und die Berge der Eifel – jenseits der Mosel.

Pfarrkirche St. Nikolaus (Renovation 1988-1989)

Gemeinschaftsanlagen:

Gemeindehaus Nikolausstraße, mit Vereins- Gruppen- und Jugendräumen, Gemeindesaal für 230 Pers., erbaut 1982 (aus ehemaligem Schreinereigebäude) in den Jahren 2003-2005 wurden Teile renoviert und die Barrierefreiheit ermöglicht.

Kindergarten Kasel (Eigentümer Kath. Kirchengemeinde seit 2010 auf Erbpacht an die Gemeinde Kasel ) mit Kindergarten (3 Gruppen) und Mehrzwecksaal für 80 Pers. (dient gleichzeitig als Turnsaal für die Kindergartenkinder), Offener Jugendtreff „Teestübchen“ mit sanitären Anlagen, Umbau 1983, Sanierung und Erweiterung 1993. In 2004 wurden die Auflagen des Brandschutzes (zusätzl. Fluchttreppe vom Pfarrsaal) und Heizungssanierung durchgeführt. 2011 Anbau 3.Gruppe durch die Gemeinde Kasel.

Grundschule: Gebäude aus den 20er Jahren d. Jhd. Mit Klassenräumen und Sozial- und Büroräumen.

Tennisanlage „Laykaul“ (Eigentümer: Tennisclub Kasel 1975 e.V.) 3-Platz-Anlage in landschaftlich reizvollem Seitental, mit Clubgebäude. Teilrenovierung der Plätze in den Jahren 2001-2004.

Tennnishalle Ruwertal (Inh. Fam. Mertes-Scholtes), private 4-Platz-Anlage mit Plätzen für Squash und Badminton, durch Begrünung gut in die Talaue eingebunden.

Gebäuderestaurierung

– Wiederaufbau und Restaurierung des St. Irminenhofes (III. Teil) mit Parkgestaltung zur Weinbergslage „Im Nies’chen(I. und III. Teil)

– Neubau eines großen Wohngebäudes an Stelle der vom Verfall bedrohten ehemaligen Kaseler Mühle in der Altortslage.

– Renovierung des ehemaligen Hofes des Trierer Stiftes St. Paulin in 2004 zum Landgasthaus „Paulinerhof“

Sportanlage für Schulsport und Fußball aus 1967, mit Sportplatzgebäude aus 1975 (umfassende Sanierung in 1993, Gesamtkosten 250.000,— DM, Eigenleistungen des Sportvereins 33.000,— DM)

Sanierung des Sportplatzes

1. Bauabschnitt im Jahre 2004 für 50.000 €, Beregnungsanlage, Schlitzdrainagen, 25.000 ltr. Wassertank zum auffangen des Brunnens, Erneuerung des Ballfangzauns.

2. Bauabschnitt mit Erstellung eines Rasenplatzes in 2007 Fertigstellung in 2008.

Dorfplätze „Auf der Lann I und II“ (Hier werden regelmäßig das Ruwerweinfest und andere Freiluftveranstaltungen durchgeführt und der Platz der Heimatdichterin „Maria Peters“ am Pömpelchen

Touristinfo der Verbandsgemeinde Ruwer

Vereine kulturelles Leben:

sehr reges und aktives kulturelles Leben in engagierten Ortsvereinen:

Ruwertaler Winzerkapelle Kasel 1956 e.V. (300 Mitglieder) Spielgemeinschaft Ruwertal 1925 e.V. (280), Tennisclub Kasel 1975 e.V. mit eigener 3-Platz-Tennisanlage (200), Freiwillige Feuerwehr Kasel mit Jugendfeuerwehr (30 Aktive und 290 fördernde Mitglieder), Jugendring Kasel (200) mit intensiver und umfangreicher Jugendarbeit, MGV Eintracht Kasel 1910 e.V. (250), aktive Seniorenarbeit der Kath. Kirchengemeinde (80 ältere Mitbürger), dazu Frauenarbeit im Bastelkreis, Hausbesuchsdienst, Krankenbesuchsdienst, Bibelkreis, etc. Kirchenchor Cäcilia Kasel (50), großes und aktives Angebot der Volkshochschule der Verbandsgemeinde, von franz. und engl. Sprachkursen, über Block- und Konzertflätengruppen bis hin zu Turnen und Rückenschulen, Verein Ruwer-Riesling e.V. (Weinwerbung). Höhepunkt der zahlreichen Dorffeste: Ruwerweinfest am 2. Wochenende im Juni auf den Festplätzen „Auf der Lann“ und das Krompernfest.

– In Gemeinschaftsaktion veranstaltete Dorffeste: Ruwerweinfest, 2. Wochenende im Juni Bergrecht zum Abschluß der ‚Traubenlese, Mitte November „Krumpernfest“, Ende September, übliches Brauchtum: Martinszug, Maibaumaufstellung, Nikolauskonzert (Kirmes), Basar für gemeinnützige Zwecke, jährliche Laien—Theateraufführungen sowie Umweltaktionen